Folge 10: Sicher begleitet durch die Operation: Was Sie über die Anästhesie wissen sollten
Shownotes
Eine Operation ist für viele Menschen mit Unsicherheiten verbunden besonders, wenn es um die Narkose geht. In dieser Folge von „Mir zuliebe“, dem Gesundheitspodcast der Klinik Diakonissen Linz, klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Anästhesie: Was passiert eigentlich während einer Narkose? Wie wird die Sicherheit gewährleistet? Und was spürt man, oder eben nicht?
Dr. Theodora Tauber, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, und Anja Hackel, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Anästhesieteam, erklären Schritt für Schritt, wie eine Narkose vorbereitet, durchgeführt und überwacht wird. Eine Folge, die Ängste nimmt, Vertrauen schafft und zeigt, wie viel medizinische Expertise und Fürsorge in jeder einzelnen Narkose steckt.
Mehr Informationen gibt es unter: https://www.linz.diakonissen.at/
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen bei mir zu Liebe.
00:00:16: Heute sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen vor einer Operation beschäftigt.
00:00:21: Die Anästhesie.
00:00:22: Was genau passiert bei einer Narkose?
00:00:24: Was spüre ich und was nicht?
00:00:27: Und wie sorgt das Anästhesie-Team dafür, dass ich sicher durch die Operation komme?
00:00:32: In unserer neuen Folge möchten wir im Gespräch mit Frau Dr.
00:00:36: Theodorer Tauber, Spezialistin für Anästhesie und Intensivmedizin und Frau Anja Hackel, Pflegekraft im Anästhesieteam, Schritt für Schritt verständlich erklären, was in der Narkose genau passiert.
00:00:48: Frau Dr.
00:00:48: Tauber, Frau Hackel, ich begrüße Sie sehr herzlich.
00:00:52: Grüß Gott.
00:00:53: Wir sprechen heute über die Narkose während einer Operation.
00:00:57: Erklären Sie uns bitte, was Anästhesie eigentlich ist, Frau Dr.
00:01:00: Tauber.
00:01:02: Anesthesie ist eine Betäubung bzw.
00:01:05: ein Zustand der Empfindungslosigkeit, der durch medizinische Verfahren herbeigeführt wird, damit überhaupt operationenschmerzfrei und angenehm möglich sind.
00:01:15: Es gibt jetzt mehrere Methoden.
00:01:18: Entweder erreicht man den Zustand durch eine klassische Vollnerkose oder durch eine regional bzw.
00:01:24: lokal Anesthesie, wo nur ein Teil des Körpers betäubt wird.
00:01:29: Was passiert vor der Narkose?
00:01:30: Gibt es da ein genaues Aufklärungsgespräch?
00:01:33: Ja, es gibt ein Gespräch zwischen Anesthesist und dem Patienten, wobei dieses Gespräch nicht nur zur Aufklärung genutzt wird, sondern auch um festzustellen, in welchem Gesundheitszustand sich der Patient befindet, weil wir möchten, dass der Patient in optimalen Zustand in die Operation und Narkose geht.
00:01:53: Das ist sehr beruhigend zu wissen.
00:01:55: Dankeschön.
00:01:56: Frau Hackel, Sie sind als Pflegekraft im Anästhesieteam tätig und haben stets das Wohlgefühl der Patienten im Fokus.
00:02:03: Wie kann man den Gleich beim Empfang ein Gefühl von Sicherheit geben?
00:02:07: Man soll den Patienten mit viel Empathie entgegenkommen, Unsicherheiten gleich nehmen und offene Fragen sollen zuvor schon vom Anästhesisten geklärt werden.
00:02:18: Also im Vorfeld zum Beispiel könnte man sich diesen Podcast anhören und dann seine Fragen mit in das Gespräch nehmen.
00:02:25: Frau Dr.
00:02:26: Tauber, Sie sind als Fachärztin für Anästhesie während der Operation ständig beim Patienten.
00:02:31: Was wird da genau kontrolliert?
00:02:33: Und warum können sich Patienten sicher fühlen?
00:02:36: Also während der Operation ist zu jedem Zeitpunkt das Anästhesie-Team anwesend.
00:02:40: Es werden Vitalwerte gecheckt, der Patient wird beobachtet, gegebenenfalls wird medikamentös nachjustiert.
00:02:48: Damit wird laufend sichergestellt, dass der Kreislauf optimal funktioniert, der Patient tief genug und schmerzfrei schläft und natürlich am Ende der Operation werden Schmerzmittel verabreicht, damit sich der Patient auch nach der Operation wohlfühlt.
00:03:03: Und wenn der Patient trotzdem nervös ist, wie kann man in diesem Fall beruhigend einwirken, Frau
00:03:08: Hagel?
00:03:09: Wir stehen mit viel Fürsorge und Verständnis dem Patienten immer zur Seite.
00:03:14: Schauen, dass man mit Feinfühligkeit das Ganze lösen und zur Not, wenn wirklich gar nichts anders man nützt, dann gibt man Beruhigungsmittel nach ärztlicher Anordnung.
00:03:26: Vielen Dank, Frau Hackel.
00:03:27: Das klingt sehr beruhigend.
00:03:28: Die Patienten können sich also in ihrem Team wirklich sicher und gut behütet fühlen.
00:03:33: Frau Dr.
00:03:34: Tauber, wie lange dauert es, bis die Wirkung der Narkose wirklich einsetzt?
00:03:39: Wenn der Patient in den OP gebracht wird, wird zunächst monetiert.
00:03:42: Das bedeutet, es werden gewisse Vitalwerte gecheckt.
00:03:46: Wenn alles passt, starten wir mit der Narkoseinleitung.
00:03:50: Üblicherweise wird über die Venenverweilkanüle, die zuvor in eine Unterarmvene platziert worden ist, die Medikamente intravenös verabreicht.
00:04:02: Dann dauert es in etwa ... Eine halbe bis eine Minute bis der Patient tief und fest schläft.
00:04:09: Manchmal wird auch ein Entspannungsmittel verabreicht.
00:04:11: Bis die Wirkung eintritt, dauert es allerdings etwas länger.
00:04:14: Ganz selten leiden wir mit Narkosegas ein.
00:04:17: Warum selten das Narkosegas stinkt?
00:04:20: Deswegen ist die Narkoseinleitung meistens über die Wenne.
00:04:25: Anschließend wird der Atemweg gesichert.
00:04:28: In den meisten Fällen verwenden wir Laringsmasken.
00:04:31: Das ist eine sehr schonende Methode der Beatmung.
00:04:34: Hier wird eine kleine Maske in den Rachen eingeführt, die ist sehr weich.
00:04:39: Nach der Operation spürt der Patient gar nichts mehr.
00:04:43: Von diesen Maßnahmen möchte ich betonen, in seltenen Fällen müssen wir intubieren.
00:04:48: Das hängt von der Art der Operation ab, wir auch vom Zustand des Patienten.
00:04:54: Wann wird denn bei einer Narkose intubiert und gibt es bestimmte Kriterien oder Situationen, in denen darauf verzichtet werden kann?
00:05:01: Wenn eine Operation in Bauchlage durchgeführt wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu intubieren.
00:05:07: Beziehungsweise wenn wir merken, dass der Beatmungsdruck zu hoch ist, auch dann ist eine Intubation notwendig.
00:05:13: Ich spreche jetzt von Operationen in unserem Haus bei Bauchoperationen oder anderen großen Operationen, muss aufgrund der Operationsart unbedingt intubiert werden, um den Artenweg zu sichern.
00:05:26: Und wie ist es mit dem Intubieren?
00:05:28: und was ist Intubieren genau?
00:05:31: Nach der Narkoseinleitung, wie gesagt, der Patient schläft tief und fest, ist schmerzfrei, allerdings muss man auch den Atemweg sichern.
00:05:38: Dieser folgt in der Regel bei uns in unserem Haus, bei unserem Operationsspektrum über eine sogenannte Larringsmaske.
00:05:46: Diese wird in den Rachen eingeführt.
00:05:49: Es ist eine sehr schonende Methode, es ist eine weiche Maske.
00:05:52: Der Patient spürt nach der Operation meistens gar nichts, man eventuell ein leichtes Hals kratzt.
00:05:58: In unserem Haus, bei unserem OP-Spektrum ist in seltenen Fällen eine Intubation nötig.
00:06:05: Beispielsweise bei Eingriffen, die in Bauchlage stattfinden.
00:06:09: Manchmal erfordert es der Zustand des Patienten, wenn Beatmungsdrücke sehr hoch sind.
00:06:15: Ja, das sind so technische Details.
00:06:18: Theoretisch, falls ein Patient nicht nüchtern wäre, müsste man auch intubieren.
00:06:22: Aber wir weisen die Patienten extra im Aufklärungsgespräch darauf hin, dass sie vor der Operation für eine gewisse Dauer nichts essen oder trinken dürfen.
00:06:32: Das ist sehr wichtig, weil sonst würde das Narkose-Risiko-Rabide ansteigen.
00:06:37: Also man fällt dann nicht so rasch in die Narkose.
00:06:40: Nein, es könnte zu einer Komplikation kommen, die nennt sich Aspiration.
00:06:44: Und zu Ihrer Frage, was ist eigentlich eine Interpretion?
00:06:47: Bei einer Interpretion wird ein dünner Plastikschlauch in die Lufträure eingeführt, das geschieht unter Sicht und der Patient spürt dabei nichts natürlich, weil er bewusstlos ist und schmerzfrei ist.
00:06:58: Und nach der Operation macht es in seltensten Fällen Beschwerden, wenn überhaupt, dann kann eine gewisse Heiserkeit eintreten, die in der Regel innerhalb von einigen Stunden wieder verschwindet.
00:07:10: Und wie stellen Sie sicher, dass bei der Narkose auch wirklich nichts übersehen werden kann, dass wirklich alles sicher ist?
00:07:16: Sicherheit ist sehr, sehr wichtig.
00:07:19: Wir haben hier mehrere Methoden, um eine Sicherheit zu gewährleisten.
00:07:24: Erstens, wie gesagt, während der Operation ist immer das Anacetam anwesend zu jeder Minute.
00:07:31: Zweitens, schon vor der Operation werden gewisse Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel Checks, durchgeführter Patient, wird zehnmal befragt, beim Eintritt dann noch einmal im OP vom Anästhesisten, welche Seite wird operiert, was wird operiert, haben sie eh nichts gegessen?
00:07:53: und so weiter.
00:07:54: Das sind einige Sicherheitsmaßnahmen, die jedes Mal durchgeführt werden und da kann keiner durch den Rost schlüpfen.
00:08:00: Zu den Sicherheitschecks gehört das sogenannte Team-Timeout.
00:08:05: Hier wird vor Beginn der Operation noch einmal innegehalten und alle Beteiligten der Chirurg, die Pflege, die eines der Sie überprüfen nochmals die Operationsart, die Operationsseite, Allergien, Antibiotika-Gabe, Namen des Patienten selbstverständlich und so weiter.
00:08:29: Wunderbar.
00:08:30: Also das ganze Team kümmert sich darum, dass der Patient wirklich gesehen wird, dass er mit all seinen Vorerkrankungen, Geschichten wirklich in Sicherheit ist.
00:08:41: Das ist sehr wichtig.
00:08:42: Es ist nur so gelingt einfach ein reibungsloser Ablauf und gewährleistet, dass alles gut geht.
00:08:49: Gerade bei so einem wichtigen Thema, wie wenn man das Bewusstsein abgibt, ist es natürlich sehr gut zu wissen für die Patienten.
00:08:55: Nachdem... Ich glaube, alle von uns schon mal operiert wurden, ist uns klar, dass man aufgeregt ist.
00:09:02: Es ist ganz normal.
00:09:04: Und dadurch, wir fühlen uns ein in den Patienten und versuchen wirklich bestmöglich, den Patienten die Aufregung zu nehmen.
00:09:16: Wie gesagt, wir bemühen uns und machen alles nach besten Wissen und Gewissen, aber jeder Patient ist anders und wir brauchen eine Rückmeldung, falls irgendwie noch etwas benötigt wird, falls der Patient noch Wünsche oder Anliegen hat, bitte um Rückmeldung.
00:09:30: Kommen wir nun zu einem Thema, was nicht nur mit Einschlafen zu tun hat, sondern mit dem Aufwachen.
00:09:36: Wie lange dauert es, bis man nach einer vollen Akkose wieder aufwacht?
00:09:41: Nach der Operation wird also die Narkosezufuhr abgedreht und dann dauert es in etwa zehn Minuten, bis der Patient wieder zum Atmen beginnt.
00:09:50: Dann werden die Beatmungsassessoires entfernt, also Tubus-Langsmaske.
00:09:56: Dann werden nochmal die Vitalwerte gecheckt und dann verlassen wir gemeinsam mit den Patienten den OP.
00:10:03: Das Bewusstsein wird in der Regel erst im Auffachraum wieder erlangt.
00:10:08: ganz selten am Weg dorthin, aber meistens im Auffahrraum.
00:10:12: Ja.
00:10:13: Frau Dr.
00:10:13: Tauber, es wird sicher auch ganz oft unter lokaler Betäubung operiert.
00:10:17: Wie ist das dann da?
00:10:19: Also bei vielen Eingriffen ist eine sogenannte Lokalynesthesie möglich.
00:10:25: Hier erfolgt die Schmerzerschaltung über ein sogenanntes Lokalynesthetikum.
00:10:30: Das wird in die Nähe des Nerves oder der Nerven gespritzt.
00:10:34: Und damit ist die Region, die operiert wird, betäubt.
00:10:38: Die bekannteste Variante der regionalen Stessi ist wahrscheinlich der Kreuzstich.
00:10:44: Das kennen viele Patienten.
00:10:46: Hier wird im Bereich des Rückens des Betäubungsmittel gespritzt und somit ist die gesamte untere Körperhälfte betäubt.
00:10:57: Das Spezielle bei der Regionalanästhesie ist, dass die Schmerzweiterleitung ins Gehirn gehemmt wird, somit erreicht der Schmerzreiz gar nicht das Gehirn und es hat keinen Einfluss auf das Schmerzgedächtnis.
00:11:15: Ob es jetzt eine Vollnerkose oder eine Regionalanästhesie wird, entscheiden wir von Fall zu Fall und besprechen das im Vorfeld mit den Patienten.
00:11:27: Kann man bei so einer Narkose auch Nebenwirkungen haben?
00:11:30: Nebenwirkungen sind zum Glück selten.
00:11:32: Also die meisten Nebenwirkungen sind selten.
00:11:34: Gelegentlich kommt es zu einer Übelkeit nach der Narkose.
00:11:37: Wir verabreichen bereits während der Narkose prophylaktische Medikamente, die dagegen wirken.
00:11:43: Aber wie gesagt, jeder Mensch ist anders und braucht was anderes.
00:11:47: Und wenn sollte es trotzdem zu einer Übelkeit oder Erbrechen kommen, bitte einfach sofort signalisieren.
00:11:56: Und dann stehen wir zur Seite.
00:11:58: Was sind noch Nebenwirkungen?
00:12:00: Eine häufige Nebenwirkung ist, dass man sich nach der Operation diese Phase nicht mehr erinnert.
00:12:06: Zum Beispiel passiert es immer wieder, dass Operateure mit den Patienten sprechen und die Patienten können sich an das Gespräch nicht mehr erinnern.
00:12:14: Das ist eine häufige Nebenwirkung, aber die ist sehr harmlos.
00:12:17: Eine weitere Nebenwirkung ist, dass der Blutdruck vielleicht an diesem Tage etwas niedriger ist.
00:12:21: Es könnte sein, dass Patienten die üblicherweise eine Blutdruck Tablette am Abend einnehmen, die sie gar nicht mehr benötigen, weil der Blutdruck normal ist.
00:12:29: Abschließend noch eine Frage an Sie, Frau Hackel.
00:12:32: Was sagen denn die Patienten beim Aufwachen im Aufwachraum?
00:12:35: Was hören Sie da häufig?
00:12:37: Die meisten Patienten berichten, dass sie total gut geschlafen haben, dass sie selten so tief geschlafen haben und dass es super angenehm war.
00:12:46: Also bei den Klinik-Dirkonissen Linz kann man sich wirklich sicher fühlen.
00:12:50: Ich bedanke mich für diesen sehr beruhigenden Einblick, Frau Hackel und Frau Dr.
00:12:54: Tauber.
00:12:54: Vielen Dank.
00:12:55: Gerne.
00:12:56: Gerne.
00:12:57: Das
00:12:58: war's für heute bei mir zu Liebe.
00:13:00: Sie haben noch Fragen oder möchten wissen, an wem Sie sich mit Ihrem Anliegen wenden können?
00:13:05: Dann nehmen Sie gern über den Gesundheits-Guide Kontakt mit uns auf.
00:13:09: Hier finden Sie persönliche Unterstützung, Antworten auf Ihre Fragen und jemanden, der Ihnen wirklich weiter hilft.
00:13:17: Den Link dazu finden Sie wie immer in den Shownotes.
00:13:20: Und wenn Ihnen der Podcast gefallen hat, würden wir uns freuen, wenn Sie ihn abonnieren oder uns eine positive Bewertung hinterlassen.
00:13:27: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
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