Folge 9: Sinn finden, Halt geben – Spiritual Care in der Klinik Diakonissen Linz
Shownotes
Spiritualität begleitet die Klinik Diakonissen Linz seit ihrer Gründung und prägt bis heute das Verständnis von ganzheitlicher Medizin. In dieser Folge von „Mir zuliebe“ sprechen wir über Spiritual Care, ein Leitbild, das Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen unterstützt und dem Klinikalltag eine sinnstiftende Dimension verleiht.
Beatrix Gmeiner, Leiterin der Klinik-Seelsorge, und Sabrina Froschauer, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, erläutern, was Spiritual Care bedeutet und warum dieses Prinzip Orientierung und Halt bei Krisen, Krankheit und Veränderungen geben kann. Zudem erfahren wir, welche Angebote die Klinik für Mitarbeiter bereithält, warum Spiritualität zunehmend als eigene Gesundheitsdimension verstanden wird und wie Spiritual Care dazu beiträgt, dass sich Menschen im Haus sicher, gesehen und getragen fühlen.
Eine Folge über Sinn, Haltung und das Mehr, das entsteht, wenn Medizin und Menschlichkeit zusammenwirken. Mehr Informationen gibt es unter: https://www.linz.diakonissen.at/
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Mir zu Liebe, dem Gesundheits Podcast der Klinik Diakonissen Linz.
00:00:17: Heute wollen wir uns mit Beatrix Meiner, Leiterin der Seelsorge der Klinik Diakonissen Linz, Und mit Sabrina Froschauer, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, über ein wichtiges Thema der Klinik unterhalten.
00:00:29: Über das Prinzip von Spiritual Care.
00:00:32: Hallo Frau Meiner und Frau Froschauer.
00:00:34: Grüß
00:00:35: Gott.
00:00:36: Spiritualität ist seit jeher tief im Verständnis der Klinik-Diakonisten Linz verankert.
00:00:42: Daraus hat sich heute ein Leitbild entwickelt, das Spiritual Care genannt wird.
00:00:46: Können Sie uns erzählen, was genau man darunter versteht, Frau Meiner?
00:00:51: Wie es im Namen schon angedeutet ist, blickt die Klinik Diakonissen Linz auf eine ganz traditionsreiche Geschichte zurück, die vom Wirken und vom Handeln der Diakonissen geprägt ist.
00:01:05: Und die Diakonie versteht sich als Dienst am Menschen und als gelebte Nächstenliebe.
00:01:10: Und bis heute ist diese Philosophie der Diakonissen Grundlage unserer Arbeit.
00:01:16: Und so könnte man dies bezeichnen als Spiritual Care, wie wir es bei uns im Leitbild verankert haben.
00:01:23: Und wie kann man sich Ihren Beruf vorstellen, Seelsorgerin, also Leiterin der Seelsorge, aber was macht eine Seelsorgerin?
00:01:30: Ja, es hat sehr vielfältige Aufgaben.
00:01:33: Viele verbinden mit dem Begriff nur Gespräche mit den Patienten.
00:01:38: Wenn es heute um Sterben geht, dann rufen wir die Seelsorge.
00:01:41: Eigentlich ist es viel, viel weiter, weil es gibt immer wieder Gesprächsanfragen, wo es um so existenzielle Dinge geht wie Schuld, wie Vergebung, wie Scham, wie ethische Dilemma da, also wie gehe ich mit dem um, dass ich jemanden was sagen will und die traue man nicht oder mir geht so schlecht und ich würde den Angehörigen das nicht zumuten.
00:02:02: Also da ist eine ganz, ganz große Bandbreite.
00:02:06: Ich gehe oft auch nur so auf den Wartepereich oder stimme in die Kapelle oder vor meinem Büro, da gibt sie ganz oft dieses Gespräch, weil Menschen im Krankenhaus in einer Ausnahmesituation sind.
00:02:18: Das heißt, sie sind durcheinander, sie haben vielleicht Angst, genau, sie sind nicht in einem Wohlfühlbereich.
00:02:26: Und das hier geht so ein bisschen als Aufgabe der Seelsorge da zu unterstützen und dem Gespräch einfach auch Unterstützung zu geben.
00:02:34: Also sie sind da und die Patienten können zu ihnen kommen.
00:02:38: Also sie gehen auf die Zimmer auch, aber auch wenn sie, wie Sie sagen, vor der Kapelle stehen können, auch die Patienten suchen.
00:02:44: Es gibt doch immer Angebote mit Texten oder Impulsen, verschiedene spirituellen Tankstellen.
00:02:50: Ein weiterer Aufgabenbereich von mir ist dann auch die Mitarbeiterseelsorge.
00:02:54: Es geht ja im Haus nicht nur um die Patienten, sondern auch um die Mitarbeiter.
00:02:57: Wie geht es denen, wie gehen die um mit Veränderungen?
00:03:00: Je besser aufgehoben sie die Mitarbeiter fühlen, desto besser kann man auf den Patienten schauen.
00:03:06: Das heißt, dieses Prinzip dient also auch den Mitarbeitern und Patienten gleichermaßen.
00:03:10: Wie kann man sich das genau vorstellen, Frau Froschauer?
00:03:13: Ja, was heißt es jetzt genau bei uns in der Klinik?
00:03:16: Spiritualität soll im Klinikalltag für Mitarbeiter und Patienten erlebbar werden.
00:03:21: Das bedeutet, es hilft Patienten Sinn, Hoffnung und Trost in Krisen zu finden, indem sie einfach eine ganzheitliche Versorgung ermöglicht, die über das körperliche und die psychischen Aspekte hinausgeht.
00:03:33: Das kann sein ematisches Zuhören zum Beispiel, also den Patienten Raum geben, um über Ängste und Sorgen zu sprechen.
00:03:42: auch existenzielle Fragen ansprechen, z.B.
00:03:45: auf Fragen nach dem Sinn der Krankheit, Schuld oder auf das Leben eingehen.
00:03:51: Des Weiteren ist auch die ganzheitliche Fürsorge wichtig, das heißt, dass man den Patienten als ganze Person betrachtet und auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen eingeht und das auch ernst nimmt.
00:04:04: Das ist auch noch die Kultur des Miteinanders, ist bei uns in der Klinik sehr wichtig.
00:04:09: Das heißt, wir fördern eine unterstützende Teamkultur, in dem das Wohlbefinden aller Mitarbeiter sichtbar werden soll.
00:04:18: Spirituelle Heilung kann zum Beispiel auch bedeuten, dass bestimmte Dinge akzeptiert werden oder losgelassen werden, sei es jetzt eine Krankheit oder eine bestimmte Situation oder ein bestimmter Lebensweg.
00:04:33: Von großer Bedeutung bei Spiritual Care ist einfach die Menschlichkeit, jedes Einzelnen von uns, die bei der Versorgung des Patienten aber auch im Team sich bewerten soll.
00:04:44: Und das kommt bei uns in der Klinik auch zum Vorschein.
00:04:47: Und solche Gespräche können auch ganz kurz sein wahrscheinlich oder vielleicht sogar komplett wortlos und andere dann wahrscheinlich auch länger,
00:04:54: oder?
00:04:54: Genau.
00:04:56: Je nachdem, wie die Situation das einfach ist.
00:04:58: Ja, genau.
00:04:59: Frau Gmeiner, was ist das Ziel von Spiritual Care?
00:05:02: Spital Care, wie es wir in der Klinik verstehen, ist nicht nur Aufgabe der Seelsorge.
00:05:08: Es geht mehr um eine offene Haltung.
00:05:11: Das betrifft nicht nur mich als Vertreter der Seelsorge, sondern jeden einzelnen Mitarbeiter im Krankenhaus und aber auch die Klinik an sich.
00:05:21: Es hat verschiedene Ebenen.
00:05:24: Spültelcare ist wichtig für den Patienten, für mich selbst, aber auch für die Institution.
00:05:29: Und ich sehe meine Aufgabe als Vertreterin von Spültelcare in einem ganz bewussten, beobachten Wahrnehmen.
00:05:38: Wie gehen wir im Haus miteinander um?
00:05:41: Welche Werte werden da vertreten?
00:05:43: Fühlen sie der Patient wohl?
00:05:44: Fühlen sich die Mitarbeiter wohl?
00:05:47: Ich sehe mir Aufgabe, auch sehr stark darin kritisch zu hinterfragen, wo ich dann merke, oops, das ist jetzt nicht so ganz der Geist, wie wir uns das vorstellen.
00:05:55: Und ich bin dann in der Position, wo ich dann schon sehr wohl rückmelden kann, dass ich sage, da läuft was schief, schauen wir uns das an.
00:06:03: Und das ist, glaube ich, das Wichtige, das Bödelkeer.
00:06:07: mit seinen Werten nicht nur am Papier steht.
00:06:10: Es ist ja schön, wenn man Papier ist geduldig, wenn man so ein Leitbild haben, aber dass das dann eben auch im Haus spürbar ist.
00:06:16: Und das ist eigentlich die Vision und das Ziel dahinter.
00:06:19: Frau Froschauer, wie profitieren hier die Mitarbeiter von Spiritual Care?
00:06:23: Spiritualität kann bei uns in der Klinik als wertvolle Ressource dehnen.
00:06:28: Das heißt, um mit Stress Krankheiten und Krisen besser umgehen zu können.
00:06:33: Das heißt, innere Ruhe, Sinnhaftigkeit und Verbundenheit wird dadurch gefördert.
00:06:38: In vielen Bereichen, insbesondere bei uns im Gesundheitswesen, wird ja Spiritualität zunehmend als wichtige Dimension der menschlichen Gesundheit anerkannt und auch gefördert.
00:06:49: Das heißt, Spiritualität kann auch die mentale Gesundheit jedes Einzelnen positiv beeinflussen, indem sie ein Gefühl von Sinnhaftigkeit, Hoffnung und inneren Frieden fördert und dabei helfen soll, dass man einfach besser mit schwierigen Lebenssituationen umgehen kann.
00:07:08: Gibt es da eine spezielle Schulung für die Mitarbeiter?
00:07:11: Ja, es werden bei uns in der Klinik Diokonissen immer wieder Impuls-Tage zum Thema Spiritualker angeboten.
00:07:18: Der nächste Impuls stark spendet im Jena-Zweißen-Sechs und Zwanzig statt.
00:07:23: Außerdem gibt es auch immer wieder Themenbezogene Workshops bei uns in der Klinik, die gerne von den Mitarbeitern angenommen werden und auch gut besucht werden.
00:07:34: Frau Gemeiner, könnten Sie uns noch mal zusammengefasst sagen, was sind die Werte von Spiritual Care?
00:07:40: Ich denke, es sind schon sehr viele Begriffe gefallen.
00:07:43: Ich bin überbisse vorsichtig mit Begriffen, weil es ja nicht darum gibt, dass es einen Begriff gibt, sondern wie er dann auch gelebt wird.
00:07:50: Also so diese offene Haltung, dieses
00:07:55: Wahrnehmen,
00:07:56: diese Toleranz dem anderen gegenüber, auch mehr andere Meinungen zu sehen oder stehen zu lassen.
00:08:04: Es geht ganz viel um Achtsamkeit, um Wohlbefinden.
00:08:08: Ja, ich verstehe, es soll mehr als nur eine Schlagzeile sein und ein
00:08:11: Name.
00:08:12: Genau.
00:08:13: Es geht eher darum, wie wir das dann ausfüllen.
00:08:17: Zusammengefasst könnte man also sagen, dass Spiritual Care den Berufen in der Klinik Diakonissen eine sinnstiftende Dimension verleiht, oder?
00:08:25: Genau.
00:08:26: Und für Patienten ist das also in der Klinik dadurch ein Wohlfühlort?
00:08:31: Genau.
00:08:32: Perfekt.
00:08:33: Frau Gemeiner und Frau Froschauer, vielen Dank für das Gespräch.
00:08:36: Bitte gerne.
00:08:37: Danke.
00:08:39: Das war's für heute bei mir zu Liebe.
00:08:41: Sie haben noch Fragen oder möchten wissen, an wem Sie sich mit Ihrem Anliegen wenden können?
00:08:46: Dann nehmen Sie gern über den Gesundheitsgeit Kontakt mit uns auf.
00:08:51: Hier finden Sie persönliche Unterstützung, Antworten auf Ihre Fragen und jemanden, der Ihnen wirklich weiter hilft.
00:08:58: Den Link dazu finden Sie wie immer in den Shownotes.
00:09:02: Und wenn Ihnen der Podcast gefallen hat, würden wir uns freuen, wenn Sie ihn abonnieren oder uns eine positive Bewertung hinterlassen.
00:09:09: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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